Reisemedizin SPEZIAL

Dengue-Fieber ist die bedeutendste nach Deutschland eingeschleppte tropische Viruserkrankung. Bis Ende Oktober wurden dem RKI in diesem Jahr 479 importierte Fälle gemeldet - doppelt so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum (2009: 234). Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Dunkelziffer wahrscheinlich um ein Vielfaches höher liegt. Eine besonders starke Zunahme von Dengue-Infektionen wird seit August 2010 bei Rückkehrern aus Thailand beobachtet.

Die WHO schätzt, dass jährlich etwa 50-100 Millionen Erkrankungen mit 500.000 schweren Verläufen und 22.000 Todesfällen (die meisten davon Kinder) auftreten. Die Krankheit ist weiterhin auf dem Vormarsch. So haben sich die Fallzahlen in den letzten 50 Jahren verdreißigfacht und seit 2000 etwa verdoppelt. Die Hälfte der Menschheit lebt inzwischen in Dengue-Endemiegebieten - mit fortschreitender Tendenz.

Auch in diesem Jahr gab es bedeutende Ausbrüche wie beispielsweise in Vietnam, Indien (Neu Delhi), Brasilien und Venezuela. Bemerkenswert sind vor allem auch die autochthonen Fälle in Frankreich (Nizza) und Kroatien. Die Kombination aus einer zunehmenden Mobilität der Gesellschaft einerseits und einer inzwischen weiträumigen Verbreitung des Vektors andererseits führte zu einer enormen Ausweitung und birgt das Risiko für zukünftige Epidemien.